Interviews

Ein Tag im Leben von ...

What would it be like to actually work for Blizzard? If you've ever asked yourself that question, then you're in luck: we are releasing a short series of articles that will provide you with glimpses into the daily work life of some of Blizzard's employees.

Ein Tag im Leben von ... — Michael Nicholson

Senior Artist II in Diablo III
07:30 Uhr

Es ist früh, ich bin zu Hause mit einer Tasse Kaffee. Die Kinder machen sich gerade für die Schule fertig und ich rufe noch mal meine E-Mails für die Arbeit ab, um zu sehen, ob sich irgendwer zu den ganzen Mock-Ups (Grafische Designmodelle, Anm. d. Übers.) des Lore-UIs geäußert hat, die ich gestern kurz vor Feierabend noch rausgeschickt habe.

07:55 Uhr

Die Kinder fertigmachen und zur Schule bringen. Während ich mit meinen Gedanken bereits beim Feedback zu meinen Mock-Ups bin, weise ich meinen Ältesten zurecht, weil er zu viel Krempel in seiner Schultasche hat. Er trägt Klamotten im Diablo-Look, die von einem Teamausflug stammen. Die Klamotten sehen lustig aus an ihm und er liebt sie.

Mir gefällt es, dass meine Kinder mitkriegen, wie stolz ich auf meinen Job bin und dass sie es ebenfalls sind. „Mein Vater arbeitet bei Blizzard!“ Natürlich spielen sie gerne World of Warcraft, aber sie lieben auch sonst alles, was ich von der Arbeit mit nach Hause bringe.

08:17 Uhr

Die Kinder zur Schule bringen und weiter geht's zur Arbeit. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten.

Die Zeit im Auto nutze ich, um vom ‚Vater-Modus‘ in den ‚Job-Modus‘ umzuschalten. Gedanklich strukturiere ich bereits meine To-Do-Liste und ordne die Vorschläge aus den E-Mails nach Wichtigkeit.

08:49 Uhr

Bei der Arbeit angekommen unterhalte ich mich erst mal mit ein paar Kollegen, bevor ich den Tag angehe. Wir reden über Spiele, die gerade hier im Büro gespielt werden. Dann schaue ich mir ein paar Videos von Spielerezensionen und neuen Items auf meinen bevorzugten Gaming-Webseiten an. Außerdem brauche ich morgens erst mal eine Portion Kunst, also gehe ich auf CG HUB und schau' mir wahllos Bilder an – das inspiriert (aber ehrlich gesagt ist es manchmal fast beängstigend, zu sehen, wie unglaublich talentiert diese Leute sind).

Photoshop anschmeißen und rein ins Abenteuer.

09:10 Uhr

Andrew Vestal, mit dem ich mir das Büro teile, macht gerade ein großes Keks-Experiment und bringt eine neue Ladung seiner nächtlichen Küchenabenteuer mit. Kekse = super. Mein Musikgeschmack trifft bei ihm NICHT unbedingt auf Gegenliebe, was er mir auch unmissverständlich mitteilt. Wir haben meistens den gleichen Musikgeschmack, DAS hier scheint allerdings eine Ausnahme zu sein. Ich stelle die Musik also leiser und widme mich wieder der Arbeit.

Zugegeben, Rob Zombie ist eher was für Kenner.

10:09 Uhr

Von meiner morgendlichen Musik verstimmt, revanchiert sich Andrew nun, indem er einen Miley-Cyrus- und Biggie-Smalls-Mix auf mich loslässt. Sein verheerender Angriff zerschmettert mich regelrecht.

10:17 Uhr

Chris Haga, der Technische Zeichner, mit dem ich gemeinsam an vielen UIs arbeite, steckt seinen Kopf zur Tür rein und will mit mir einen Vorschlag zu den Timern für die Abklingzeit für die Fertigkeiten in der unteren Leiste diskutieren. Er hat einen groben Entwurf eines Mock-Ups gemacht und mir geschickt, bevor er in meinem Büro aufgetaucht ist.

Normalerweise habe ich sehr selten Meetings. Wenn jemand eine Idee hat, sagt er es mir beiläufig, oder - wenn es was wirklich Wichtiges innerhalb der Benutzeroberfläche ist - schaut direkt in meinem Büro vorbei.

10:30 Uhr

Das wöchentliche Strike-Team-Meeting wurde abgesagt. YES! Ich habe grad einen künstlerischen Lauf, also arbeite ich weiter.

Bei uns gibt es kleine Teams, die wir Strike-Teams nennen. Sie bestehen aus Mitarbeitern, die für bestimmte Teile des Spiels verantwortlich sind. Diesmal kümmern sich einige von uns um die Handelssysteme des Spiels (An- und Verkauf). Ich bin mit im Team, weil ein Großteil der Erfahrung, die man mit dem Händler macht, von der jeweiligen Benutzeroberfläche abhängt.

10:42 Uhr

Ian Wall, Senior UI-Artist, zuständig für World of Warcraft, chattet mich an und nennt mich einen Faulpelz, weil in unserem Team-Newsletter nichts über meine UI-Arbeit zu lesen war. Er schikaniert mich regelmäßig - es bereitet ihm wohl große Freude.

Ian hat eine UI-spezifische Mailingliste gestartet und das ist ziemlich cool, weil man so andere Mitarbeiter kennenlernt, die auch an UIs arbeiten und Feedback zu laufenden Projekten bekommt. War eine geniale Idee, aber das habt ihr nicht von mir, sonst werde ich mir das ewig anhören müssen.

11:00 Uhr

Hab' den Vormittag über am Lore-UI rumgebastelt (alle Ingame-Infos zur Hintergrundgeschichte wie Tagebücher, Logbucheinträge etc.) und alle Änderungen, die die Jungs haben wollten, vorgenommen. Außerdem habe ich noch ein paar eigene Kniffe eingebaut. Jetzt kann ich das neue Mock-Up zur Überprüfung rausschicken.

Meinen Job als Benutzeroberflächen-Designer mach ich genauso, wie ich Freelance-Jobs machen würde. Die Designer sind die Kunden und meine Aufgabe ist es, ihre Ideen visuell umzusetzen. Wenn ich die Aufgabe bekomme, eine neue Komponente für die Benutzeroberfläche zu entwerfen, setze ich mich zunächst einmal mit dem Designer zusammen, um zu begreifen, was er wirklich ausdrücken will. Welche Idee? Wie soll es sich anfühlen? Manchmal sind diese beiden Aspekte aber nicht miteinander vereinbar und dann muss ich die Kluft visuell und effizient überbrücken.

11:07 Uhr

Mock-Ups verschickt. Ich schicke Jay noch eine E-Mail und frage ihn, ob er Zeit hat, um ein paar ausstehende Mock-Ups, die gerade getestet werden, durchzugehen. Er sagt ja und wir verabreden uns für nachmittags, dann, wenn er Zeit hat.

Jay Wilson ist der Leitende Designer und ein sehr, sehr beschäftigter Mann. Da auch Christian Lichtner, unser künstlerischer Regisseur, die meiste Zeit in Meetings verbringt, versuche ich, immer mehrere Eisen im Feuer zu haben. So habe ich immer etwas zu tun, ohne dass ich dauernd ihn oder Jay nerven muss. Erst wenn ich einen bestimmten Punkt erreicht habe, schnappe ich sie mir und versuche, sie auf ein paar konkrete Zusagen festzunageln. Das mach ich unterschiedlich schnell, je nach Aufgabe. Das ist natürlich immer Ermessenssache.

12:00 Uhr

Mittagessen! Die Pizza, die ich von zu Hause mitgebracht habe, in den Ofen schieben und dann ein bisschen auf Spielwebseiten surfen, oder was auch immer.

13:00 Uhr

Jay und Steve Parker (Produzent) kommen für ein schnelles Prioritätenupdate in mein Büro. Wir verschaffen uns einen Überblick über meine Aufgaben und priorisieren neu. Fünf meiner UI-Mock-Ups werden grad durchgetestet, weitere befinden sich in der Design-Auswertungsphase und wieder andere sind bereit für die technische Überprüfung (hauptsächlich Programmierung). Wir besprechen, wie die UIs andere Funktionen beeinflussen und überlegen dann, wie man das ausgleichen kann.

Da mein Terminkalender von allen drei Disziplinen (Kunst, Design und Programmierung) abhängt, ist er recht flexibel. Oft kommt grünes Licht von den Designern und Künstlern, nur um dann an der technischen Überprüfung zu scheitern. Meistens sind es nur Kleinigkeiten, aber manchmal bedeutet das auch, alles einzustampfen und von vorne anzufangen.

13:40 Uhr

Wyatt Cheng (Designer) schaut in meinem Büro vorbei, um einige UI-Ideen durchzugehen. Wir besprechen mehrere Szenarios und Wyatt schreibt seine Ideen auf das Whiteboard. Das wird mir bei der weiteren Arbeit an dem Interface als Bezugspunkt dienen.

Ich mag Kritzeleien auf Whiteboards lieber als langweilige Standarddokumente, weil so die Gefühle der Designer deutlicher werden. Ich bekomme eine Vorstellung davon, was genau sie an einer bestimmten Benutzeroberfläche begeistert. Vieles davon geht beim Übertragen in ein Word-Dokument verloren.

14:10 Uhr

Zeit, einige Art-Assets ins Spiel zu bringen!

Mein UI für Handelsinteraktionen wurde abgesegnet, also ist’s jetzt an der Zeit, es in Game-Assets zu zerlegen.

Sobald ein UI-Mock-Up von allen Abteilungen (Design, Kunst, Programmierung) freigegeben wurde, mache ich aus dem Mock-Up ein Game-Asset. Das ist in etwa so, als würde man ein Puzzlespiel in alle Einzelteile zerlegen. Ich übertrage alle Teile in die Game-Engine und sage den Programmierern, wo sie sich befinden, wie sie heißen und so weiter. Außerdem schicke ich ihnen noch eine Koordinaten-Abbildung, die genau zeigt, wohin jedes Teil gehört und wie es funktioniert, damit nach dem Zusammenbauen von den Programmierern alle Einzelteile in etwa genauso aussehen wie mein Mock-Up.

Deshalb erstelle ich meine Mock-Ups fast immer direkt in Spielqualität, damit ich sie beim Zerlegen in die Einzelkomponenten nicht neu gestalten muss. Es ist alles schon fertig.

Ich schicke den Programmierern sowohl ein Beispielbild (das Mock-Up) als auch die Koordinaten-Abbildung, damit sie sehen können, wie die fertige Benutzeroberfläche aussehen soll. Das dient auch der Erinnerung, denn manchmal ändert sich der Zeitplan und der Programmierer, der mit der Umsetzung des UI beauftragt wurde, erinnert sich dann nicht mehr so genau bzw. gar nicht mehr an das Layout.

15:30 Uhr

Nachmittagspause! Gemeinsam mit den Kollegen zum Café gehen, einen Becher Kaffee holen. Brauche … dringend … Koffein …

Mir hilft’s dabei, den Kopf frei zu kriegen und neue Energie für den Nachmittag zu sammeln, wenn ich von meinem Schreibtisch wegkomme, mir die Beine vertrete und mich einfach etwas bewege. Stundenlang ununterbrochen am Schreibtisch zu hocken und aus nächster Nähe auf einen großen flimmernden Monitor zu starren, ist nach einiger Zeit richtig anstrengend.

16:00 Uhr

Arbeite weiter an einem Grobentwurf für das Händler-UI. Christian schickt mir eine E-Mail, fragt, ob ich Zeit für ein Nebenprojekt habe – es geht um Layout. FEIN!

Ich liebe es, nebenher noch alles Mögliche an anderen Aufgaben zu übernehmen, weil ich dabei sehr viel lockerer mit den Layouts umgehen kann und alle normalen spielbezogenen Einschränkungen verschwinden. Manchmal geht’s um Power-Point-Zeugs für Jay oder aber Piratenposter für Ray oder Hearts/Diablo-Kartenspiele für das Holiday-Poker-Set. Bevor ich in die Spielebranche wechselte, war ich in der Werbung, deshalb bringen mir Print-Layouts auch einfach immer Spaß.

17:20 Uhr

Es ist nicht gerade viel los, also gehe ich um 17:45 Uhr. Ich beende meine Arbeit an dem einen Händler-Aufbau, der zeigt, wie Handwerk noch reinpassen könnte. Ich schick es an Wyatt, um seine Meinung zu hören. Wenn ich zu Hause bin, werde ich meine E-Mails checken, um zu sehen, ob er irgendeine spontane Eingebung hatte. Falls nicht, schau ich erst morgen früh wieder nach.

17:45 Uhr

Draußen wartet meine Frau, um mich abzuholen. Durch das offene Fenster höre ich meinen Jüngsten nach mir rufen. Während ein Teil von mir gedanklich noch dem Nebenprojekt nachhängt, schaltet der andere bereits wieder von ‚Job-Modus‘ auf ‚Vater-Modus‘.

*Mike Nicholson ist ein Veteran der Gaming-Branche und hat an Titeln wie Sanitarium, God of War, Condemned und Vanguard mitgearbeitet. Derzeit ist er Senior Artist II für Diablo III.

Ein Tag im Leben von ... — John Shin

QA Analyst II

Dieser „Ein Tag im Leben von …”-Artikel wurde während der Entwicklungsphase von World of Warcraft: Cataclysm verfasst.

07:00 Uhr

Ich wache auf, es ist ruhig im Haus. Ich war schon immer ein Frühaufsteher, ich liebe es einfach, früh morgens schon etwas zu tun, dadurch wirkt mein Tag länger. Meistens lese ich, schaue fern, spiele Onlinespiele in eine Decke eingekuschelt oder surfe im Netz.

07:40 Uhr

Zeit, ins Blizzard-Fitnessstudio zu fahren. Um den Widrigkeiten des Alltags zu trotzen, brauche ich erst mal ein paar Endorphine und meine Kumpels. Um 08:00 befinden sich wie immer die üblichen Verdächtigen im Fitnessstudio. Die Gespräche laufen jeden Tag gleich ab und wir können immer noch drüber lachen: „Alter, was ist bei dir heute dran?“, „Brust und Bizeps. Wusste gar nicht, dass es überhaupt noch andere Muskeln gibt.“

09:00 Uhr

Nach dem Duschen geht’s ein paar Etagen noch oben, einstempeln und den Tag angehen. Als erstes checke ich die E-Mails, die ich über Nacht bekommen habe und schaue, welche von Problemen mit dem Cataclysm-Build berichten. Im Augenblick wird World of Warcraft von zwei Teams rund um die Uhr getestet. Da WoW ein Live-Produkt ist, brauchen wir beinahe 24 Stunden am Tag ein QA-Team – zumindest unter der Woche. Zuerst werfe ich einen flüchtigen Blick auf die neuen Bugs, die die Nachtschicht gefunden hat, dann kategorisiere ich sie und leite sie an meine Spezialisten weiter, die die Bugs genauer unter die Lupe nehmen, um sie dann an die entsprechenden Entwickler zurückschicken. (Später mehr zu ihrer Arbeit! Bleibt dran!) Dann gebe ich allen Bugs noch den QA-Stempel.

09:15 Uhr

Wir befinden uns grad mitten in der heißen Testphase von Cataclysm. Ich bin fast fertig mit einem ersten „Rauchtest“ des aktuellen Cataclysm Build, der letzte Nacht fertiggestellt wurde. Ein Rauchtest ist ziemlich einfach: Kann man einen Charakter erstellen und die Welt betreten? Funktioniert das Auktionshaus? Verlieren Monster Beute? Kann man eine Quest abschließen? Solche Dinge testen wir bei einem Rauchtest. Nach dem Rauchtest drehe ich ein paar Runden, um nach jedem der QA-Content-Spezialisten zu sehen, für die ich zuständig bin, und um zu erfahren, was sie für diesen Tag geplant haben. Ich könnte sie genauso gut über Chat fragen, aber ich ziehe es vor, sie persönlich aufzusuchen, damit sie auch was von meinem hübschen Gesicht haben - schließlich ist geben seliger denn nehmen.

09:44 Uhr

Mein erster Rundgang ist beendet. Zwar hat QA alle Hände voll mit dem Spieleprojekt zu tun, doch für mich ist der persönliche Kontakt trotzdem sehr wichtig, ich brauche einfach das persönliche Gespräch. Als Assistant Lead ist es wichtig, immer am Puls der Tester zu sein. Ich nehme mir gerne Zeit für die Gespräche mit so vielen Testern wie möglich, um zu fragen, ob ich irgendwas für sie tun kann oder um einfach nur sicherzugehen, dass sie einen guten Tag haben. Ein zufriedener Angestellter ist ein guter Angestellter, aber die Tester sind eben auch Gamer, genau wie ich. Bei Blizzard ist es immer leicht, sich gut zu unterhalten.
Alles Bestandteil der Aufgaben eines guten Vorgesetzten! Die Ergebnisse des Rauchtests sind positiv, weshalb wir den Build jetzt auf einen internen Produktionsserver verschieben. Ich beauftrage einen erst kürzlich zum Assistant Lead beförderten Mitarbeiter, eine entsprechende E-Mail rauszuschicken – alles Teil des Trainingsprozesses, versteht sich. Da mir noch 15 Minuten vor meinem Produktions-Sync-up-Meeting mit den World of Warcraft-Produzenten verbleiben, gehe ich zurück in mein Büro, beantworte E-Mails und kümmere mich um ein paar weitere Bugs.

09:55 Uhr

Zeit, rüber ins Hauptgebäude zum zweiwöchentlichen Produktions-Sync-up-Meeting mit dem World of Warcraft-Team zu gehen. Ich schnapp mir ein paar meiner Spezialisten und mache mich auf den Weg. Jeder QA-Spezialist bei uns ist inhaltlich für einen bestimmten Bereich zuständig: Umgebung, Gegenstände, Spawn, Gefechte/PvP, Schlachtzüge, Quests und PC/UI. So stellen wir sicher, dass jeder Bereich gründlich getestet wird und dem Blizzardniveau entspricht.

Im Grunde ist jeder Spezialist für drei Dinge verantwortlich: Er muss wissen, welche Änderungen die Entwickler geplant haben, was der Status Quo ist (und ob alles wie vorgesehen funktioniert!) und er muss sicherstellen, dass alles, was getestet oder als „bugged“ markiert werden muss, erledigt wird. Bevor ich zum Assistant Lead befördert wurde, war ich Spezialist für Umgebungsdesign für WoW (Environment Specialist ). Alles, was also mit dem Umgebungsdesign zu tun hatte, fiel in meinen Aufgabenbereich. Ich musste sicherstellen, dass alles aufs Gründlichste getestet wurde und zwar so, dass die Qualität den Ansprüchen der Spieler weltweit gerecht wurde.

10:00 Uhr

Als wir eintreffen, sind John und Ray, zwei der World of Warcraft-Produzenten, bereits im Konferenzraum. Während der Rest langsam eintrudelt, witzeln wir rum und tauschen übriggebliebene Halloweensüßigkeiten. Sobald alle eingetroffen sind, eröffne ich das Meeting mit einem Status-Update zu Patch 4.0.3.

Spezialisten berichten dem World of Warcraft-Team von Update. Anschließend berichten alle Spezialisten vom aktuellen Stand der Dinge und ich schlüpfe von der Rolle des Teilnehmers in die des Moderators. Mein gegenwärtiger Spezialist für Gegenstände, Andrew, hat ein Problem, weil Worgenohren bei bestimmten Rüstungstypen nicht richtig dargestellt werden. Rob, der Senior Producer, zuständig für Design, stellt Fragen, woraufhin ich Andrew anweise, seine Tests entsprechend neu zu priorisieren. Ansonsten verläuft das Meeting ohne weitere Zwischenfälle. Bis auf eins: Mittendrin bringt Alex Afrasiabi, zuständig für Inhaltsdesign, uns alles ordentlich aus dem Konzept, als er ein Thema anschneidet, mit dem keiner gerechnet hatte – es gilt sicherzustellen, dass man beim Öffnen von Schatztruhen Erfahrungspunkte bekommt. Ich ergreife schnell das Wort und frage Alex, ob das Priorität hat, woraufhin Alex uns versichert, dass nächste Woche auch noch reicht. Ein erleichtertes Seufzen, puh, weitere Verzögerung abgewendet!

11:03 Uhr

Nach dem Meeting gehe ich zurück in mein Büro und, welch Überraschung, wieder neue E-Mails!

11:30 Uhr

Zeit für eine kleine Pause. Ich schnappe mir Whitney, einen unserer QA-Spezialisten und gehe mit ihm in unseren Pausenraum. Super Street Fighter IV läuft bereits und unser Fight ist nur geringfügig unausgeglichen ... Da ich Street Fighter eine ganze Weile in der Südkalifornischen Turnierszene gespielt habe, stellt der arme Whitney keine wirkliche Herausforderung für mich dar, außerdem bestrafe ich ihn gerne (hey, das gehört alles zu den Aufgaben eines Assistant Leads!). Ich bin überzeugt, der Discovery Channel könnte eine prima Sondersendung darüber machen: „Panik und willkürliches Knöpfedrücken: Wie man jemanden dazu bekommt, genau das zu tun, was man möchte“ …natürlich gesprochen von Morgan Freeman. Am Ende steht es 9-0, damit kann ich leben.

12:30 Uhr

In der Mittagspause gehe ich für gewöhnlich ins Fitnessstudio, etwas Joggen, Crosstrainer oder Spinning. Aber heute mache ich das, was jeder andere Blizzardangestellte auch macht: StarCraft II spielen. In meinen Adern fließt Hydraliskenblut und mein Platin-Liga Zerg ist unaufhaltsam …was man von dem anderen nicht gerade behaupten konnte!

13:30 Uhr

Weiter geht’s mit noch mehr E-Mails und noch mehr Bugs, die ich abarbeiten muss. Der Projekt Lead, Edgar Flores, hatte mich gebeten, mir einige Fragen für ein Bewerbungsgespräch für einen neuen Quest-Spezialisten zu überlegen. Unser gegenwärtiger Quest-Spezialist hat eine temporäre Aufgabe als Designer für das World of Warcraft-Team übernommen – eine großartige Gelegenheit für ihn. Für mich bedeutet das allerdings, dass ich mir einen neuen Quest-Spezialisten suchen muss, also mache ich mich an die Fragen für das Bewerbungsgespräch.

14:00 Uhr

Zeit für mein wöchentliches Meeting mit den Spezialisten. Ich bin für drei Spezialisten verantwortlich: James (Spawn), Joseph (Umgebungen) und Andrew (Gegenstände). Zunächst schau ich mir an, welche Ziele sich die drei für sich und ihre Teams gesetzt haben. Dann besprechen wir, was gut und was weniger gut lief und wo es echte Schwierigkeiten gab. Anschließend planen und besprechen wir die Ziele für die kommende Woche. Für gewöhnlich haben wir am Ende des Meetings dann immer noch ein paar Minuten übrig, die ich dazu nutze, mit den Jungs zu quatschen und mir ihre Sorgen anzuhören.

15:00 Uhr

Zeit für Menschentetris! Wir haben in letzter Zeit ziemlich viele neue Tester vom StarCraft-II-Team dazubekommen, die den chinesischen Build von WoW: Wrath of the Lich King getestet haben. Inzwischen sind die Tests allerdings abgeschlossen und die Tester wurden anderen Aufgaben bei verschiedenen Spezialisten zugeteilt. Entsprechend müssen sie ihre Arbeitsplätze verlegen, um näher an ihren Teams zu sein. Also gehe ich zu allen Spezialisten, um mit ihnen abzusprechen, wo wir die Tester am besten unterbringen.

16:45 Uhr

Ein neuer Build ist bereit, von der QA getestet zu werden, allerdings gibt es da ein Problem: Wir können uns nicht auf dem Spieleserver einloggen. Zeit für die Kavallerie – die IT-Abteilung eilt zur Rettung!

17:10 Uhr

Zurück zu meinen Bugs. Man sollte meinen, dass ein Ende in Sicht ist, aber im Moment schiebt das WoW–QA-Team sogar Extraschichten, um Cataclysm fertigzustellen. It ain’t over ‘til it’s over, son!, wie Lenny Kravitz sagen würde. Nach zehn Minuten bin ich dann so frei und entscheide, dass ich eine Pause brauche. Ich muss unbedingt etwas an die frische Luft und mir die Beine vertreten, vor allem, weil ich noch fünf Stunden Arbeit vor mir habe. Zusammen mit meinem Mitbewohner (der auch bei Blizzard arbeitet) unternehme ich einen 20-minütigen Spaziergang über das Blizzardgelände. Als ich wieder in meinem Büro bin, stelle ich fest, dass in meiner Abwesenheit nichts Weltbewegendes an E-Mails reingekommen ist – also widme ich wieder meinen Bugs.

18:30 Uhr

Zweite Mittagspause, diesmal nur eine halbe Stunde, deswegen bleibt keine Zeit, an die frische Luft zu gehen. Ich hol mir einen Sandwich aus der Kantine und gehe eine Etage nach oben, um mit meinem Zwergenkrieger ein Schlachtfeld zu absolvieren. Ah, Arathibecken, ich werde dich immer lieben!

…Und verloren! Aber trotzdem, Schlachtfelder mit Zufallsgruppen sind es absolut wert.

19:05 Uhr

Nach der regulären Arbeitszeit ist die Stimmung meistens etwas lockerer. Ich drehe meine Runden, gehe zu den Testern und anderen Spezialisten, um zu sehen, was sie so treiben. Mir gefällt es, zwischendurch mal aus meiner Höhle hervorzukommen, um meine Kollegen auf der Etage von Angesicht zu Angesicht zu sehen.

20:30 Uhr

Weiter im Takt, noch mehr Bugs wollen überprüft werden. Ich werde wohl noch eine ganze Weile hier sein heute …

21:55 Uhr

Diese Bugs haben es ganz schön in sich ...Ich verbringe so viel Zeit damit, Bugs zu checken, dass es mir inzwischen richtig Spaß macht – eigentlich sollten wir direkt heiraten.

22:00 Uhr

Zeit auszustempeln und nach Hause zu fahren, wo ich mir noch ein bisschen Zeit zum Spielen nehme. Am Ende bin ich aber nur frustriert, weil ich den letzten Alan-Wake-Erfolg nicht packe. Muss ich wirklich ohne zu sterben den gesamten DLC in einem Anlauf schaffen? Wieso? Wieso nur?!?

23:13 Uhr

Ding! Erfolg 1250/1250 bei Alan Wake. Alter, ich bin ja so was von krank! Darauf jetzt erst mal mit meinen Mitbewohnern anstoßen, bevor es in die Koje geht.

Und so sieht ein ganz gewöhnlicher Tag im Leben von John Shin aus, danke fürs Lesen! Ich hoffe, ihr habt etwas mehr über ihn (und sein überaus hübsches Gesicht …) und über die Arbeit der QA, unserer Qualitätssicherung, erfahren, die sich jeden Tag aufs Neue auf Bug-Jagd begibt, um die Blizzard-Spiele so einzigartig wie möglich zu gestalten.

Ein Tag im Leben von ... — Micah Whipple

Community Manager / Editor
8:00 Uhr

Ich haue auf die Schlummertaste.

8:10 Uhr

Ich haue auf die Schlummertaste.

8:20 Uhr

Normalerweise würde ich noch ein paar Mal auf die Schlummertaste hauen, aber irgendwie schaffe ich es, mich aus dem Bett zu rollen und die kuschlige Wärme meiner Laken gegen die kalte, bittere Welt einzutauschen. Ich bin kein Morgenmensch. An manchen Morgen bin ich nicht mal ein Duschmensch. Das hier ist einer dieser Morgen.

Meistens gehe ich so gegen 9 Uhr zur Arbeit. Ich bin Community Manager. Das ist zwar nicht meine tatsächliche Berufsbezeichnung (das wäre Redakteur), aber es beschreibt meine Tätigkeit. Im Moment firmiere ich unter meinem supergeheimen Namen „Bashiok“, und einmal war ich auch „Drysc“, aber ganz unabhängig vom Namen besteht meine Aufgabe immer darin, Sorge zu tragen, dass unsere Arbeit von echter „Blizzard-Qualität“ ist. (Bitte stellt euch diesen Begriff von einem „Ping“-Geräusch untermalt und in leuchtenden Lettern vor.)

Die meisten Menschen verstehen nicht so ganz, was ein Community Manager eigentlich tut. Manche glauben, wir würden den ganzen Tag nur in Foren verbringen. Falsch! Diese falsche Vorstellung ist allerdings vollkommen verständlich, da dieser Beruf immer noch etwas ziemlich Neues ist. Es gibt nicht viele Unternehmen, in denen es diesen Posten gibt, der Großteil der Arbeit ist nach außen hin nicht ersichtlich und die Tätigkeitsbereiche können sich von Unternehmen zu Unternehmen stark unterscheiden. In manchen Fällen übernehmen Community Manager sogar die PR-Arbeit und das Marketing für das gesamte Unternehmen. Aufgrund unserer Größe (unser Nordamerika-Team für Community-Entwicklung und eSports besteht aus über 35 Personen) sind wir in der Lage, uns zu spezialisieren.

Wenn mich jemand fragt, wie man das Management einer Community am besten beschreiben könnte, verweise ich immer auf diese Szene aus Alles Routine, wo der gefeuerte Typ kleinlaut zu erklären versucht, wie er als Mittler zwischen Kunden und Programmierern dient und schließlich in einem Schreianfall über seine zwischenmenschlichen Fähigkeiten endet. Der Vergleich passt ziemlich gut, da dies einen großen Teil unseres Jobs ausmacht, wobei wir allerdings in der Realität (hoffentlich) wichtiger sind als in dieser Referenz.

Da die Spieler schlecht bei internen Besprechungen dabei sein oder am Entscheidungsprozess beteiligt werden können, ist es unsere Aufgabe, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen – weshalb wir uns naturgemäß andauernd beschweren (nur ein Scherz!). Außerdem fungieren wir als Puffer für externe Kommunikation, indem wir Probleme entschärfen, sobald Neuigkeiten auf der Seite veröffentlicht werden. Da wir selbst auch alle Spieler sind, können wir Unternehmensentscheidungen und kommunikation im besten Sinne der Spiel-Communitys anregen. Das ist das Grundprinzip des Community-Managements, wobei unsere Abteilung allerdings für noch weit mehr zuständig ist, wie die Organisation von eSports-Turnieren und Programmen, den Kontakt zu sozialen Netzwerken, Promo-Kampagnen wie „Tretet der Terranischen Liga bei!“ oder „Euer Schicksal erwartet euch“ sowie die Erstellung der täglich neuen Inhalte. Ich bin Manager im Content-Team.

9:00 Uhr

Mein Arbeitsbeginn besteht darin, mich bezüglich E-Mails, Internet und meiner Aufgaben auf den neuesten Stand zu bringen. Da wir ein globales Unternehmen sind, gehen rund um die Uhr E-Mails ein, wobei die meisten zwar nicht meines direkten Eingreifens bedürfen, aber trotzdem lese ich im Tagesdurchschnitt in etwa 400 Mails. Ich bin gerne über alle aktuellen Geschehnisse auf dem Laufenden, was eben eine Menge Lesearbeit bedeutet.

Greg (Ghostcrawler) hat mir auf eine Frage zu den Talenten geantwortet, die ich ihm letzte Nacht beim Leveln eines neuen Jägers gestellt habe. Er besänftigt meine Befürchtungen und schreibt, dass Mists of Pandaria und die Überarbeitung des Talentumbaus alle Probleme beheben werden. Das verspricht er mir. Es ist unglaublich toll, einfach einen Lead Designer eines Spiels, das ich gerne spiele, anmailen zu können, und ich mache von diesem Privileg so oft wie möglich Gebrauch. Jede spieltechnische Nachfrage geschieht allerdings ausschließlich im Sinne meiner beruflichen Hauptverantwortung – in der Lage zu sein, mit unseren Spielern über das Spiel diskutieren zu können.

Da wir an der Westküste sitzen (der Westen ist am besten!), hängen wir bei vielen aktuellen Ereignissen und Informationen aus der Spieleindustrie, die Einfluss auf unsere Tagesgeschäfte haben könnten, hinterher. Ein bedeutendes globales Ereignis, ein wichtiges Problem der Community und selbst Promi-Nachrichten können das Internet, unsere Foren und sogar unser Leben für den Rest des Tages oder womöglich sogar mehrere Wochen lang beherrschen. Deshalb ist es genauso wichtig, sich über aktuelle Ereignisse zu informieren, wie über Fansites und Community-Trends.

9:30 Uhr

Da das allgemeine Surfen, Twittern und Forendurchblättern nun erledigt ist, mache ich mich an meine Arbeitsaufgaben. Wir verwenden ein internes Tool, um persönliche Aufgaben zu bestimmen und nachzuverfolgen, was alles von der Zusammenstellung von Bildern eines T-13-Sets für die Veröffentlichung, der Bearbeitung und Abnahme der FAQ für einen neueingeführten Spieldienst, bis hin zum Schreiben eines Artikels über das Spielsystem beinhalten kann. In einer perfekten Welt hätte ich dafür ausreichend Zeit, aber wir gehen auf 10 Uhr zu.

10:00 Uhr

Da ich zu den wenigen leitenden Mitarbeitern der Abteilung gehöre, ist mein Tag mit Meetings vollgepackt. Von 10 Uhr an werde ich bis zum Tagesende immer wieder meinen Schreibtisch verlassen, um über das Schicksal der Welt ... von Warcraft (bzw. Diablo oder StarCraft) zu entscheiden. Da wir den Großteil unserer Strategietreffen auf leitender Ebene für 2012 bereits abgeschlossen haben, verbringen wir momentan die meiste Zeit mit der Besprechung einzelner Projekte, der Auswertung der Metriken und Erfolge verschiedener Programme und Abteilungsleistungen sowie der Kommunikation von Fortschritten im Hinblick auf zukünftige Ziele.

Dieses Meeting beschäftigt sich hauptsächlich mit Metriken für soziale Netzwerke und unsere Blogs, um herauszufinden, was beliebt ist und was nicht, wie die öffentliche Meinung über unsere Spiele ist und wie wir all dies in unsere zukünftigen Bemühungen einbeziehen können, um möglichst dem Geschmack der Spieler zu entsprechen. Das Ganze ist keine höhere Wissenschaft.

In diesem Meeting kümmern wir uns um den Aktivitätsabfall im Forum nach der BlizzCon und die Rückkehr zur statistischen Normalität nach dem enormen Anstieg im Zuge der Veranstaltung. Die gewonnenen Informationen werden uns bei einem späteren Meeting helfen, zu bestimmen, welche Inhalte wir in den nächsten Monaten erstellen möchten.

12:30 Uhr

Nach ein paar erledigten Meetings wäre eigentlich Zeit für das Mittagessen – aber meistens vergesse ich das sowie auch jeglichen anderen Gedanken an etwaige Nahrungsaufnahme. Während ich in Meetings saß, sind gut 75 E-Mails bei mir aufgelaufen, die ich ziemlich schnell durchsehe und bei Bedarf beantworte, indem ich meinen weisen Ratschlag offeriere.

Mit einem Blick auf die Foren kann ich gleich ein paar Antworten raushauen. Die Interaktion mit den Leuten im Forum macht mir großen Spaß, leider habe ich nur so wenig Zeit dafür. Vor Kurzem habe ich entdeckt, dass Twitter ein ähnlich großes Vergnügen bereitet (wenn ihr mir diese dreiste Eigenwerbung verzeiht: ihr könnt mir unter @Bashiok folgen), und da es so leicht über Handy oder Tablet erreichbar ist, ist es wesentlich besser in meinem Terminkalender unterzubringen.

13:30 Uhr

Mit einem Trick habe ich jemanden dazu gebracht, mir etwas zu essen mitzubringen. Die meisten im Team essen nur selten nicht an ihren Schreibtischen. Eine furchtbare Angewohnheit, von der ich mich unbedingt öfter losmachen sollte – aber es gibt jede Menge zu tun. Ich bin mir absolut sicher, dass es eine Studie dazu gibt, die besagt, dass das Verbringen der Mittagspause abseits des Arbeitsplatzes bei Rückkehr zu einer Produktivitätssteigerung führt. Trotzdem sitze ich hier und arbeite beim Essen. Davon abgesehen gewährt es mir ein klein wenig Privatsphäre, da ich garantiert permanent irgendwelche Essensreste im Bart habe.

13:45 Uhr

Ich bekomme eine Sofortnachricht von Greg, der mich nach dem demnächst erscheinenden Talentrechner für Mists of Pandaria fragt und wissen möchte, wie wir mit dem Feedback umgehen sollen. Wir überlegen hin und her, wie relevant das Feedback sein wird (und der Aufwand, der in dessen Zusammenstellung geht), wenn wahrscheinlich vor der Veröffentlichung noch so viel geändert wird. Letztendlich entscheiden wir, dass es wahrscheinlich den Aufwand wert sein wird, klassenspezifische Feedback-Threads einzurichten, wobei alles davon abhängt, wann diese Threads es auf die Website schaffen.

Außerdem beginnen wir, Fragen für das Diablo III-Design-Meeting morgen zu sammeln. Neben dem permanenten Kontakt zu den Entwicklern per E-Mail und Chat haben wir auch fest eingeplante Zeiten für wöchentliche Meetings, in denen wir über die von der Community eingereichten Fragen sprechen und die uns ein Gefühl dafür verschaffen sollen, was die Spieler gerade beschäftigt. Digitale Antworten sind nicht schlecht, aber direkte Informationen von den Entwicklern über das Spieldesign geben uns die Möglichkeit, tatsächlich mit der Community zu kommunizieren und nicht einfach nur Antworten zu copy-pasten.

15:00 Uhr

Das neueste „Auf einen Kaffee mit den Devs“ ist von der Redaktion abgenommen und startbereit. Wie ich bereits erwähnte, nimmt die Erstellung von Inhalten für die Website derzeit einen großen Teil unserer Arbeitszeit ein. Dieser Artikel gehört nicht dazu. Greg schreibt so gut, dass nur minimale Änderungen nötig sind. Und da wir die dazugehörigen Bilder bereits zusammengestellt haben, bleibt nicht viel mehr zu tun, als mit unseren weltweiten Community-Manager-Kollegen eine internationale Onlinezeit zu koordinieren und den Artikel für die Veröffentlichung vorzubereiten.

Die weltweite Koordinierung ist uns bei sämtlichen Publikationen enorm wichtig. Das bedeutet, so viele Artikel wie möglich zu übersetzen und gleichzeitig auf unseren verschiedenen regionalen Seiten in möglichst allen Sprachen zu veröffentlichen. Bei 12 Sprachen ist das kein leichtes Unterfangen.

Wir entwerfen die Artikel mit einem internen Content-Management-System (CMS), welches das Einstellen auf der Website, im Launcher und sogar in Ingame-Nachrichten bei StarCraft II zu einem Kinderspiel macht. Das ist auch dringend nötig, denn als Autoren und Community Manager verfügen die meisten von uns nur über Grundkenntnisse, was HTML angeht. Für die Seite selbst ist das Web-Team verantwortlich. Es aktualisiert die einzelnen Bereiche, erstellt tolle Features wie den Talentrechner oder Gegenstandsdatenbanken und ist auch für das CMS selbst sowie dessen Wartung zuständig. Für uns besteht das Ganze nur aus ein paar großen, glänzenden Schaltflächen – mit mehr wären wir auch heillos überfordert.

17:00 Uhr

Irgendwann in den letzten zwei Stunden gab es noch ein Meeting, aber das war langweilig. Jetzt steht das Content-Team-Meeting an, wobei heute die Ideensammlung für neue Artikel für Diablo III und Blizzard DOTA im Mittelpunkt stehen wird. Normalerweise würden wir darin auch persönliche Aufgaben sowie die Forenbeiträge der einzelnen Kollegen aus der vergangenen Woche besprechen, oder kürzlich veröffentlichte Artikel. Aber diesmal müssen wir uns unbedingt auf neue Webinhalte zu diesen beiden Spielen konzentrieren, da die Community ganz aus dem Häuschen wegen unserer Neuankündigungen bei der BlizzCon ist. Nachdem wir ein paar Ideen festgemacht haben, machen wir Handyfotos vom Whiteboard, irgendjemand tippt die Anmerkungen ab und unsere Projektmanager machen sich an die Verteilung unserer Ergebnisse in Form von Arbeitsaufgaben, damit wir durchgeknallten Kreativen nicht die Übersicht verlieren. Scherz beiseite, ohne sie wären wir wirklich hoffnungslos verloren.

18:00 Uhr

Nach Ende des Meetings mache ich einen kurzen Ausflug in die Bibliothek, um mir ein paar Spiele auszuleihen. Wir haben eine fantastische Mitarbeiterbibliothek, sogar mit eigenem Bibliothekar (!). Dort gibt es haufenweise Bücher über Spieleentwicklung, Arbeits- und Organisationsleitfäden, Handbücher und Videotutorials. Aber vor allem ist sie hervorragend mit Filmen und Spielen ausgestattet. Ich habe gerade mit Dark Souls angefangen, was allerdings schwer mit meiner geplanten Zeit für Skyrim kollidieren wird.

18:30 Uhr

Zurück an die Arbeit! Zeit, ein paar Beiträge rauszuhauen. Ich habe ein paar einfache zugeteilt bekommen, darunter eine Erinnerung an die Community, an unserer Diablo III-Beta-Key-Verlosung auf Facebook teilzunehmen, und eine kleine Überarbeitung der letztjährigen Ankündigung zum Ende der PvP-Saison 9, um sie für 4.3 nutzbar zu machen. Ich schicke die Entwürfe zur Abnahme und aktualisiere meine Aufgabenliste.

19:30 Uhr

Wir lassen bei uns im Büro nebenher gerne ein bisschen Musik laufen und haben gerade die Musik der 30er Jahre für uns entdeckt, genauso wie das Genre „Exotica“ (unbedingt mal reinhören). Am heutigen Abend habe ich mich entschieden, einen Anita-Baker-Sender auf Pandora hochzuladen. Nachdem ich ein wenig zu den sanften, sinnlichen Klängen von „Sweet Love“ mitgegroovt habe, werfe ich einen Blick auf die Uhr und grummle ein wenig vor mich hin. Ist aber trotzdem alles gut und ich komme endlich dazu, die Diablärte-Inbox durchzusehen. Von der Community eingereichtes Material anzusehen ist eine meiner absoluten Lieblingsaufgaben, und in meinem Fall ein Geschenk von Dauer, da ich einfach nicht in der Lage bin, einen Haken daranzumachen. Ich blättere durch die E-Mails und angehängten Bilder und kopiere die, die mir gefallen (bearbeitete Fotos und Ziegenbärte zählen nicht!) in einen Ordner. Später werden sie dann auf Facebook in eine Galerie hochgeladen, und ein paar von mir persönlich ausgewählte Einreichungen werden im Laufe der nächsten Woche einzeln veröffentlicht. Auf diese Weise kann ich die, die ich besonders lustig oder toll finde, gesondert ehren.

20:00 Uhr

Ich mosere darüber, wie spät es geworden ist, schaffe es aber trotzdem, mich noch zu ein paar Minuten Tweets und Forenbeiträge hinreißen zu lassen, bevor ich mich in den Feierabend begebe. Den Rest des Abends verbringe ich unweigerlich mit heimlichen Blicken in meinen Posteingang, den Foren oder mit anderen Tätigkeiten, die mit meiner inzwischen achtjährigen Berufslaufbahn zu tun haben. Das alles tue ich nicht etwa, weil ich es muss, sondern weil es mich als Teil des Ganzen interessiert, wohin sich unser Unternehmen entwickelt und wie wir die Spiele machen, die wir machen. Weil mich interessiert, was unsere Spieler denken. Das trifft in der Tat auf alle hier bei Blizzard zu und deshalb bin ich auch besonders froh über die Gelegenheit, euch einen kurzen (und schlecht geschriebenen) Einblick in meinen Alltag gewähren zu können. Ich hoffe, er hat euch gefallen.

Ein Tag im Leben von ... — Geoff Fraizer

Web Content Manager
8:00 Uhr

Meine dreijährige Tochter Megan wacht auf und möchte aus dem Gitterbett geholt werden. Ich hole ihr etwas zu trinken und sie widmet sich ihrem Spielzeug. Zurück ins Bett! Ich würde bis 14 Uhr durchschlafen, wenn ich keine Familie hätte. So ist das bei Gamern!

9:00 Uhr

Aufstehen zur Arbeit. Meine Frau Melissa kommt zurück. Sie hat gerade unseren Sohn Ethan zur Schule gebracht. Sie übernimmt die elterlichen Pflichten, während ich bei der Arbeit bin. Ich sage allen tschüss. Megan möchte immer umarmt werden. Ach, süßer Abschiedsschmerz.

9:15 Uhr

Zeit, zur Arbeit zu radeln. Ich lebe nicht weit vom Blizzard-Gelände entfernt, die Fahrradfahrt ist also kurz. Dabei überhole ich oft andere Blizzard-Mitarbeiter, die den Arbeitsweg auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen. Blizzard hat ein tolles Mitfahrprogramm. Wer in einer Fahrgemeinschaft oder mit dem Rad zur Arbeit fährt, bekommt Mitfahrdollar, die man in der Cafeteria einlösen kann. Wer bitte steht nicht auf Gratisessen?

9:30 Uhr

Ich komme auf der Arbeit an und sage meinen Lieblingskollegen guten Morgen. In meiner Abteilung arbeiten tolle Leute. Wir erzählen von unseren neuesten Spiel-Heldentaten der letzten Nacht.

9:31 Uhr

Zeit, meine E-Mails abzurufen. Blizzard ist ein internationales Unternehmen, deshalb erreichen uns nachts viele E-Mails aus anderen Regionen oder von Menschen, die bis in die Nachtstunden gearbeitet haben. Sie müssen morgens oft als Erstes durchgesehen und beantwortet werden.

10:00 Uhr

Die tägliche Besprechung liegt an. Wir besprechen die Projekte, an denen jeder aus meinem Team gearbeitet hat oder arbeiten wird, und machen auf potenzielle Probleme aufmerksam. Ich kümmere mich normalerweise um die Aktualisierung der Medieninhalte der Website und berichte von meinen Plänen sowie Nebenprojekten, an denen ich gerade sitze.

10:30 Uhr

Zeit für eines unserer regelmäßigen Medien-Updates. Unser aktueller Projektkalender sieht so aus:

- Montag - Artwork für das World of Warcraft Trading Card Game
- Dienstag - Hintergründe zu StarCraft II/World of Warcraft/Diablo III
- Mittwoch - Fankunst für World of Warcraft
- Donnerstag - Blizzard-Artwork

Ich schmeiße meinen Test-Webserver an und beginne, Bilder und Codes einzupflegen. Sobald alles gut aussieht, lade ich alles auf unseren Bildserver hoch. Noch eine letzte Überprüfung, dass auch alles in Ordnung ist, und dann stelle ich das Update auf die aktuelle Website. Jetzt muss ich die Arbeit noch ein letztes Mal online verifizieren, um sicherzustellen, dass während des Vorgangs auch nichts verlorengegangen ist. Alles sieht gut aus, also gebe ich dem Community-Team grünes Licht für das Posten der Neuigkeiten. Zarhym sagt mir, dass das Update jetzt online ist. Juhu!

Da das nun erledigt ist, bereite ich das Update für nächste Woche vor. Ich gehe zu meiner Mediensammlung (Screenshots, Artwork, Wallpaper) und suche die Dinge heraus, die ich für nächste Woche verwenden will. Nachdem ich alles habe, schnüre ich daraus ein hübsches Paket und schicke eine E-Mail raus, um alle über meine Pläne für das Update der nächsten Woche zu informieren.

11:25 Uhr

Ich sehe mir die Kommentare zu dem News-Update an, das wir gepostet haben. Gefällt es unseren Lesern? Gibt es komische Bemerkungen? (Wenn ja, gebe ich sie an meine Kollegen weiter.) Heute und morgen werde ich die Threads immer wieder kontrollieren. Das Feedback der Spieler ist extrem hilfreich und ich versuche, so viel zu sammeln, wie möglich. Außerdem werfe ich auch einen Blick auf die Kommentare zum Screenshot des Tages für World of Warcraft. Ja, diese Bilder werden von Hand verlesen und nicht nur zufällig aus einem großen Haufen gezogen.

11:30 Uhr

Nun ist es an der Zeit, die Gewinnerseite für den Kürbisschnitzwettbewerb vorzubereiten. Vor zwei Tagen habe ich ein Meeting einberufen und eine Jury aus Kollegen des Community- und Internetteams zusammengestellt. Wir haben uns über 100 Einreichungen angesehen und zehn Gewinner ausgewählt. Es war eine schwere Entscheidung, weil so viele der Einreichungen, die lobende Erwähnung gefunden haben, auch den Sieg verdient hätten, wie viele Spieler in den Kommentaren festgestellt haben. Ich stelle die Siegerbilder zusammen und formatiere sie für die Seite. Da ich die Vorlage vom letzten Jahr wiederverwenden kann, geht alles ziemlich schnell ... ausschneiden und einfügen! Danach schreibe ich ein paar der Gewinner per E-Mail an und bitte sie, fehlende Informationen nachzureichen.

12:00 Uhr

Ich sitze am Update des BlizzCon-Medienbereichs. Jedes Jahr stelle ich sämtliche Fotos zusammen (ihr kennt die Webposts) und ordne sie nach Kategorien. Dann lasse ich die Bilder von unserer PR-Abteilung absegnen. Die PR-Abteilung bittet mich per E-Mail um ein paar Fotos von der Show für eine Medienanfrage, aber das muss warten ... Zeit fürs Mittagessen!

12:20 Uhr

Meine Freunde holen mich zum Mittagessen ab. Wir gehen runter in die Cafeteria. Wenn man zur falschen Zeit geht, landet man in einem Massenandrang von Angestellten aus den anderen Gebäuden, deshalb holen wir uns schnell etwas zu essen und setzen uns dann raus in den Hof an einen der Holztische. Nach und nach gesellen sich immer mehr Arbeitskollegen dazu. Wir schaffen es, uns zu acht an einen Tisch für vier zu quetschen (UPGRADE!). Unsere Hauptgesprächsthemen sind Spiele, Fernsehprogramm, Filme und alles Mögliche, was uns sonst gerade noch beschäftigt.

12:50 Uhr

Das Mittag ist vorbei und damit auch die Zeit zum Entspannen. Ich schaue mir meinen Posteingang an und beginne mit der Zusammenstellung der BlizzCon-Fotos für das PR-Team. Ich gehe all meine E-Mails und Ordner durch und packe die Fotos in hübsche Verzeichnisse. Dann schicke ich den Link an das PR-Team. Es hat zwar nicht um eine kategorisierte Auswahl gebeten, aber ich erleichtere anderen gerne das Leben. Ich finde es toll, wenn andere von meiner Arbeit profitieren können.

13:10 Uhr

Zurück zu den BlizzCon-Fotos. Ich sammle, sortiere und organisiere weiter und muss ein paar davon irgendwann diese Woche noch posten.

13:30 Uhr

Besprechungszeit. Ich gehe rüber in die Internetredaktion, um mich mit Mickey und Jenny zu treffen, zwei Redakteuren, die auch an der Besprechung teilnehmen. Das Internetteam trifft sich einmal die Woche mit den PR-, Community-, Kreativ- und Marketing-Teams. Man informiert sich gegenseitig über die nächsten Projekte und bittet bei Bedarf um Hilfe bei aktuellen Aufgaben. Der Austausch zwischen den Abteilungen ist enorm wichtig, und dieses Meeting sorgt dafür, dass wir uns alle auf dem gleichen Stand befinden.

14:00 Uhr

Zurück am Schreibtisch. Was habe ich verpasst, während ich weg war? Zeit, die E-Mails abzurufen.

14:05 Uhr

Mir fällt ein, dass der aktuelle Schwung an „Screenshots des Tages“ für World of Warcraft langsam zur Neige geht. Ich gehe zu meinem Sammelordner; Monate habe ich gebraucht, um ihn zusammenzustellen und danach habe ich Community-Team und PR-Abteilung ihn durchsehen und absegnen lassen. Dann stelle ich die Screenshots auf der Seite ein. Nachdem sie hinzugefügt sind, teste ich sie auf meinem lokalen Webserver. Alles sieht gut aus, also poste ich sie auf der Online-Seite. Für die nächsten Monate wird jetzt jeden Tag ein neuer Screenshot veröffentlicht ... bis sie wieder ausgehen.

15:00 Uhr

Zeit, ein paar World of Warcraft-Screenshots zu sichten. Das mache ich schon seit Jahren. In meiner Box hängen ein Schild und ein Schwert, und nächstes Jahr feiere ich mein 15-jähriges Arbeitsjubiläum bei Blizzard. Junge, wie die Zeit vergeht. Ich öffne den Ordner mit den World of Warcraft-Screenshots und sehe etwa 1.000 durch – wie jeden Tag. Das ist ein Haufen Arbeit. Ich schätze, ich habe während meiner Laufbahn an die 500 Screenshots von Leuten, die in Katapulten sitzen, gesehen. Nachdem ich die besten Bilder ausgesucht habe, speichere ich sie ab, bis ich genug zusammenhabe, um sie anderen zu präsentieren. Die Screenshots gehören oft zu den wichtigsten Updates des Monats.

15:30 Uhr

Eines der Leitbilder von Blizzard lautet: „Jede Stimme zählt.“ Ich setze eine E-Mail auf, in der ich Vorschläge für die StarCraft II-Seite. Unser Internetteam hat sich um viele Seiten zu kümmern: StarCraft II, Diablo III, World of Warcraft, BlizzCon und Blizzard.com. Deshalb gibt es immer etwas zu planen und über Verbesserungen nachzudenken. So steht zum Beispiel in Kürze unsere Planung zum Aprilscherz an. Das machen wir schon seit Jahren, und es wird immer schwieriger, sich selbst zu übertreffen... Crabby wird es seinen Nachfolgern besonders schwer machen, so viel steht schon mal fest. Trotzdem bin ich sicher, dass uns etwas Lustiges für unsere Spieler einfallen wird.

15:50 Uhr

Das Community-Team möchte den World of Warcraft-Launcher aktualisiert haben. Der Launcher ist das Pop-up-Fenster, das vor dem Spielstart erscheint und die Links zu den Neuigkeiten und Bannern enthält. Ich bringe die Links auf den neuesten Stand und stelle sie auf die Seite. Dann starte ich das Spiel und überprüfe, ob meine Arbeit in Ordnung ist. Dann sage ich allen Bescheid, dass das Update erledigt ist.

17:30 Uhr

Jemand fragt nach einer neuen Galerie für den BlizzCon-Kostümwettbewerb. Irgendwie ist das in dem ganzen Durcheinander untergegangen ... und muss unbedingt noch heute gepostet werden! Ich mache mich an die Zusammenstellung der Bilder und bearbeite sie für die Website. Gemeinsam mit Jeremy, einem unserer Online-Redakteure, und einem Programmierer (Woonchang) erstelle ich die neue Galerie. Gemeinsam sitzen wir daran, bis sie schließlich gerade noch rechtzeitig Online geht. Das Community-Team postet die Nachricht und ab sofort können alle über ihr Lieblings-BlizzCon-Kostüm abstimmen.

18:00 Uhr

Zeit, sich auf den Heimweg zu machen. Manchmal bleibe ich auch länger, wenn noch etwas fertig werden muss. Heute erwartet mich meine Familie allerdings pünktlich zurück – ich muss beim Abendessen helfen. Ich verabschiede mich bei allen und radle hinaus in den Abend.

Ein Tag im Leben von ... — Micky Neilson

Lead Story Developer
6:50 Uhr

Eine wirklich unchristliche Zeit zum Aufstehen. Da meine Frau Tiff krank ist, muss ich meine Tochter für die Schule fertig machen.

7:20 Uhr

Normalerweise weckt Mama sie auf, wogegen sie (natürlich erfolglos) ankämpft. Aber wenn ich das übernehme, sieht die Sache schon ganz anders aus! In Windeseile ist sie auf den Beinen.

7:45 Uhr

Während meine Tochter Tati frühstückt, nehme ich mir etwas Zeit, um an meiner Autobiografie zu schreiben.

8:25 Uhr

Bevor ich Tati an der Schule absetze, bremse ich natürlich auf 65 km/h runter (kleiner Scherz am Rande). Auf dem Weg zur Arbeit höre ich mir „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ an und bewundere dabei Jim Dales Fähigkeit, Hunderten verschiedener Charaktere eine einzigartige Stimme zu verleihen.

9:01 Uhr

Nichts bringt einem mehr Energie für den Tag als ein morgendliches Workout!

9:40 Uhr

Es wird Zeit, meine E-Mails durchzusehen.

10:00 Uhr

Ich gehe zum Empfang, um unsere neue Technische Assistentin Breanna Bader zu begrüßen. Bree kommt aus Austin zu uns und freut sich schon darauf, sofort voll einzusteigen!

10:20 Uhr

Nachdem Bree überprüfen konnte, dass Computer, E-Mails, Telefon usw. funktionieren, bespreche ich mit Josh Horst und ihr, was sie während ihrer Zeit bei uns erwartet. Wir geben ihr die ersten Aufgaben.

10:42 Uhr

Ich überprüfe die Fortschritte verschiedener Projekte, darunter eine Menge von Kurzgeschichten, die zum Start von Heart of the Swarm im Internet erscheinen werden, ein Zerg-Blog und Geschichts- bzw. Hintergrundfragen zu Mists of Pandaria.

11:35 Uhr

Ich signiere stapelweise Bücher – Preise für die Gewinner und Zweitplatzierten des Global Writing Contest.

11:48 Uhr

Ich beginne mit dem Entwurf einer Antwort auf eine Mists of Pandaria-Frage: Wer sind die Pandaren? Ein Pandavolk, dass viel trinkt und einen unglaublichen Wumms hat. Nächste Frage.

12:00 Uhr

Montags spielt das Team zwischen 13.00 und 14.00 Uhr Blizzard-Spiele. Der Zeitpunkt um 13.00 Uhr ist gut gewählt, da man so auch während der Mittagspause spielen kann und insgesamt auf zwei Stunden kommt. Für mich steht diese Woche die StarCraft-Einzelspielerkampagne auf dem Plan.

14:00 Uhr

Telefonkonferenz mit einem Autor, der ein neues WoW-Buch für uns in Angriff nehmen wird! Neue Autoren laden wir zu Blizzard ein, wo wir sie herumführen, ein Treffen mit Chris Metzen und einigen Entwicklern organisieren sowie sie mit reichlich Hintergrundinfos versorgen.

15:00 Uhr

Gespräch mit Creative-Development-Bereichsleiter Jason Stilwell. Mit gezogenem Colt und einer Flasche Jim Beam in der Hand droht er mit schwingender Faust und tritt gelegentlich gegen seinen Tisch.

Okay, das trifft es nicht so ganz, aber cool wäre es schon.

16:00 Uhr

Nun haben die Teamleiter die Gelegenheit, sich auszutauschen, Probleme zu besprechen und Informationen von Jason zu erhalten. Außerdem planen wir noch, mit der gesamten Abteilung in „The Avengers“ zu gehen. Den Trailer muss ich mir unbedingt ansehen.

17:00 Uhr

Tommy Newcomer berichtet von neuen Community-Projekten, die unsere kommenden Spiele in den Fokus rücken und für Vorfreude sorgen werden. Einen Monat lang war er als Technischer Assistent beim Community-Team, um ein besseres Gefühl für die Zusammenarbeit unserer Gruppen zu bekommen. Er beschwert sich darüber, mehrfach ausgepeitscht worden zu sein. Ich sage ihm, dass es Leute gibt, die für so etwas viel Geld bezahlen.

18:00 Uhr

Der „Avengers“-Trailer! Da ich mich nicht für Football interessiere, habe ich ihn nicht beim Superbowl gesehen. Ich freue mich schon seit Langem auf diesen Film und der Trailer hat mir den Mund wirklich wässrig gemacht.

18:02 Uhr

Reviews und ein Treffen mit Breanna stehen an. Sie hat ihren ersten Tag bei uns doch glatt überlebt!

18:40 Uhr

Ich hole Tati ab und schnappe mir was zu essen.

19:40 Uhr

Ich verdrücke Pollo Loco und schaue mir dabei Cajun Pawn Stars an. Solltet ihr unbedingt mal sehen.

20:20 Uhr

Während Tati sich „Die wilden Siebziger“ ansieht, befasse ich mich mit „The New 52“ von DC Comics.

20:35 Uhr

Zeit für „Hedbanz“, das ich mit meiner Tochter spiele. Man hat eine Karte unter dem Stirnband, die man nicht sehen kann und deren Bild wiedergeben soll, was man ist. Man stellt dann Fragen, um herauszubekommen, worum es sich handelt.

Ich liebe meine Tochter, aber dieses Spiel ist nicht ihr Ding. Ich frage sie, woraus ich bestehe. „Plastik, Metall und Stacheldraht“. Stacheldraht? Wie bitte?

„Bin ich ein Kriegsgefangenenlager“

„Nein.“

„Ein Hochsicherheitsgefängnis? Eine streng geheime Militäranlage?“

„Nein, nein.“

Einige Minuten später finde ich heraus, dass ich eine Gitarre bin. Eine Gitarre – mit Stacheldraht. Und Tatis Kommentar dazu? „Hätte ich ‚Gitarrensaite‘ gesagt, hättest du es ja sofort gewusst.“

21:32 Uhr

Tati liest etwas. Danach lese ich ihr und Tiff etwas vor und bringe sie ins Bett.

21:55 Uhr

Heute im Fernsehen: „Being Human“ und „Lost Girl“ im Rahmen von SyFys „Power Monday“! „Syfy“ hört sich übrigens irgendwie dumm an. Die Sendungen sind aber teilweise wirklich gut.

23:55 Uhr

Ich schreibe noch ein wenig und dann heißt es „Bettkarte stechen“! Mit Bildern von Stacheldrahtgitarren im Kopf gleite ich sanft ins Land der Träume.